Unser Gymnasium führt seit März 2000 einen Schüleraustausch mit einer amerikanischen High school durch. Alle zwei Jahre fahren 18 Schülerinnen und Schüler unserer Schule nach Lexington / Kentucky in die Lafayette high school. Dort wohnt jeder Schüler /Schülerin in einer Gastfamilie und geht mit seinem / ihrem Austauschpartner 2 Wochen lang zur Schule.


Daneben lernen sie das tägliche Leben einer amerikanischen Familie, den Schulalltag und die Freizeitgestaltung amerikanischer Schüler kennen und - last but not least - verbessern ihre Sprachkenntnisse.
Außerdem steht jedes Mal der Besuch einer amerikanischen Großstadt auf dem Programm. Wir waren bereits zweimal in New York einmal in Washington und einmal in Chicago.
GAPP ist das umfangreichste Programm zum gegenseitigen Kennenlernen der amerikanischen bzw. deutschen Kultur und Lebensweise. Nachdem die amerikanischen Soldaten Deutschland verlassen haben. Somit kommt diesem Austauschprogramm, das vom Pädagogischen Austauschdienst unterstützt wird, eine sehr große Bedeutung zu.
Der zweite Teil des Austauschs findet in Deutschland statt. Im Juni jeden 2. Jahres kommen ca. 18 Amerikaner zu uns, gehen hier zur Schule und lernen Berlin und verschiedene Teile Deutschlands kennen. Auf diese Weise entwickeln sich persönliche Kontakte und Freundschaften sowie mehr Verständnis und Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen. Amerika - live erleben
Zum 4. Mal fuhren 16 Schülerinnen und zwei Schüler des Paulus-Prätorius-Gymnasiums in Bernau in Begleitung ihrer Lehrerinnen, Gerti Zühlsdorf und Regina Hoppe, im Rahmen des GAPP (German-American Partnership Program) zum ersten Teil des Schüleraustauschs nach Lexington in Kentucky. Zwei Wochen sollten sie dort zur Schule gehen, bei amerikanischen Familien wohnen und die "Pferdehauptstadt der Welt", Lexington, und ihre Umgebung kennen lernen.
Nun sind sie zurück und haben viele neue - gute und auch weniger gute - Erfahrungen gemacht. Zu den guten gehören auf jeden Fall die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Familien, der Eltern, die vieles organisierten, die SchülerInnen überall hinfuhren, da es kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt, ihnen großzügig am Wochenende den Besuch eines großen Vergnügungsparks ermöglichten, einen Besuch der Toyota-Factory und der Hauptstadt Kentuckys, Frankfurt, mit Führung im Capitol und auch einer Whiskey Destillerie organisierten. Die wichtigste Industrie dort sind die Pferdefarmen. So konnten wir eine der rund 300 Farmen besuchen und einige der bis zu 6 Millionen Dollar teuren Pferde sehen, die zur Zucht für neue wertvolle Pferde vorgesehen sind. Auf der Pferderennbahn "Keenland" erlebten wir die tolle Wettkampf- und Wettatmosphäre, und einige Schüler konnten sogar ihren Wetteinsatz von 2$ vermehren.


Der Schulalltag ist anders als in Deutschland: es gibt keine Ausfallstunden, aber die Vertretungsstunden bei "Substitute teachers" sind oft langweilig und wenig effektiv. Da alle Schüler an derselben Schule unterrichtet werden, sind die Disziplin und das Niveau des Unterrichts oft mangelhaft. Am anstrengendsten empfanden wir jedoch, dass alle Schüler von Klasse 8 -12 jeden Tag vier 90-Minuten-Stunden haben mit einer Mittagspause und das Schulgebäude nicht verlassen dürfen.
Andererseits sind amerikanische Schulen in vieler Hinsicht sehr gut ausgestattet mit großen Bibliotheken, mit vielen Computern und zwei Bibliothekarinnen, mit einem Theater und vielen Sporteinrichtungen für die einzelnen Sportarten. Die Schule hat einen großen Chor und ein Orchester und vor allem: eine Marching Band. Wer dort mitspielt, muss fast jeden Nachmittag noch zwei anstrengende Übungsstunden auf dem Schulhof bei fast jedem Wetter verbringen und ist an vielen Wochenenden zu Wettbewerben unterwegs.
Insgesamt bietet die Schule den Schülern viele Möglichkeiten, ihrer Fähigkeiten zu entwickeln, aber jeder muss das von sich aus tun.


Unser Schüleraustausch findet zum vierten Mal statt. Leider spielt der Deutschunterricht in der Lafayette High school nicht mehr eine so große Rolle, Spanisch ist die wichtigste Sprache. Wir wurden von vielen Lehrern in ihrem Unterricht freundlich aufgenommen, aber nicht von allen, und auch die Schulleitung interessierte sich nicht für uns.
Aber für die SchülerInnen ist dieser Austausch eine großartige Erfahrung, da sie alle gefordert sind, entweder mehr Deutsch oder mehr Englisch zu sprechen. Im Juni 2007 werden die Amerikaner nach Bernau kommen und dann die Gastfreundschaft der deutschen Familien und des Paulus-Prätorius-Gymnasiums genießen, worauf sie alle TeilnehmerInnen schon sehr freuen.


Am Anfang unserer Reise stand schon ein Höhepunkt: 5 Tage in New York! Wir lernten diese nie schlafende Stadt auf einer Stadtrundfahrt, aber auch zu Fuß, mit der U-Bahn, per Bus und Fähre von oben (vom Empire State Building) und vom Wasser (auf Liberty Island, wo die Freiheitsstatue steht) kennen. Der Verkehr, die Leuchtreklamen und die vielen Menschen aller Hautfarben werden wohl von keiner Stadt in der Welt übertroffen.